La Vie de bohème (Das Leben der Bohème), 1992, Aki Kaurismäki

La Vie de bohème (Das Leben der Bohème) (1992)

Regie, Drehbuch: Aki Kaurismäki nach Les Scènes de la vie de bohème von Henri Murger; Kamera: Timo Salminen; Musik: The Fake Trashmen, Mauri Sumén, Serge Reggiani; Darsteller: Matti Pellonpää, Evelyne Didi, André Wilms, Kari Väänänen, Jean-Pierre Léaud, Samuel Fuller, Louis Malle. 35mm, s/w, 102 min
 
Ein Herzensprojekt von Aki Kaurismäki: die Verfilmung des Romans von Henri Murger, der auch als Grundlage für Puccinis berühmte Oper diente, auf der wiederum die meisten Filmversionen des Stoffs basieren. Angeblich inspirierte die Lektüre von Murgers Buch Mitte der 1970er Jahre den damaligen Postler Kaurismäki dazu, Filmregisseur zu werden. Dies ist, so wie viele vom Filmemacher selbst propagierte Schlüsselmomente seiner Biografie, schwer zu belegen – es sei denn durch die Tatsache, dass La Vie de bohème tatsächlich als eines seiner persönlichsten Werke erscheint: eine fragile Studie des brotlosen Künstlerlebens einer Gruppe von Immigranten (teils von Finnen verkörpert, die phonetisches Französisch reden) in einem seltsam zeitlosen Paris. Vergebliche Solidarität, lange Gespräche und komische Episoden im Angesicht der Tragödie. Ein Film über Unsicherheit, mit paradoxer Genauigkeit in Szene gesetzt. (C.H.)

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