Amateurfilm, anonym

Archäologie des Amateurfilms

Das Projekt Archäologie des Amateurfilms setzte die Schwerpunkte fort, die mit den Projekten Film.Stadt.Wien und Like Seen on the Screen begonnen wurden. Aus der Aufarbeitung weiterer Amateurfilme aller Art wurden die im Bestand überlieferten Motivkomplexe, Themenstellungen und ästhetischen Formen in ihrer jeweiligen Heterogenität historisch rekonstruiert und mit jenen kulturellen Praktiken in Beziehung gesetzt, deren Resultat und Ausdruck sie sind.

 

Das vom FWF geförderte Forschungsprojekt Archäologie des Amateurfilms. Ausgrabungen zur visuellen Kultur der Moderne verstand sich als Analyse- und Erschließungsprojekt: Der Amateurfilm, ein von der internationalen kulturwissenschaftlichen Forschung bisher kaum wahrgenommenes Feld filmischer Ausdrucksweisen und Praktiken, sollte in systematischer Weise historisch untersucht werden.

 

Für das Projekt stand ein rund 7.000 Rollen umfassender, grob vorstrukturierter Bestand von Amateurfilmen im Österreichischen Filmmuseums zur Verfügung, der für die Grundlagenforschung in besonderem Maße geeignet erschien. In Bezug auf das verwendete Filmmaterial, den Entstehungszeitraum, die Adressierung des Publikums sowie die "Autorenschaft" enthielt diese Sammlung äußerst vielfältige Filmdokumente: seltene(Amateur-)Langspielfilme, einen Bestand früher Filme aus den 1920er und 30er Jahren, biographisch rekonstruierbare Familienfilme (z.B. der einzigartige Nachlass der Familie Apfeltaler, dessen 150 Rollen auch "Aktualitäten" umfassen) komplex konstruierte Kulturfilme, oder auch ein riesiger Sonderbestand an Flohmarktfunden höchst unterschiedlicher Provenienz (Sammlung Arash, ca. 1930 bis 1980).

 

Ziel des Forschungsprojekts war es, die im Bestand überlieferten Motivkomplexe, Themenstellungen und ästhetischen Formen in ihrer jeweiligen Heterogenität historisch zu rekonstruieren und sie mit jenen kulturellen Praktiken in Beziehung zu setzen, deren Resultat und Ausdruck sie sind. Auf diese Weise kam das Projekt zwei Forderungen nach, die in der jüngsten Theoriebildung wiederholt geäußert wurden: Zum einen der Forderung, die Untersuchung der Amateurfilm-Praktiken vom Familienfilm auf die Produktionen so genannter ambitionierter Amateure auszuweiten; zum anderen, dies mit Blick auf die historische Entwicklung der ästhetischen Formen zu tun – um feststellen zu können, welche Einflussfaktoren, technologischen Entwicklungen, sozialgeschichtlichen Aspekte und intermedialen Referenzen die Genese beider Bereiche bestimmen.

 

Der Untersuchung ging es also nicht zuletzt darum, die Fülle an faktischen, historischen, sozialen und materialen Informationen über die visuelle Kultur der Moderne freizulegen, die der Amateurfilm enthält. Dazu war es nötig, ein adäquates methodisches und analytisches Instrumentarium zu entwickeln bzw. auf einer empirischen Basis zu erweitern und die Informationen der wissenschaftlichen Forschung zugänglich zu machen.

Laufzeit: 1. Februar 2011 bis 31. Januar 2013

 

Projektleiter:

Univ. Doz. Dr. Siegfried Mattl (Ludwig Boltzmann Gesellschaft, Institut für Geschichte und Gesellschaft, Cluster Geschichte)

 

ProjektmitarbeiterInnen:

Dr. Vrääth Öhner (Ludwig Boltzmann Institut für Geschichte und Gesellschaft)

Mag. Karin Fest (Ludwig Boltzmann Institut für Geschichte und Gesellschaft)

 

Projektpartner:

Österreichisches Filmmuseum

Universität Siegen, Lehrstuhl für Mediengeschichte

Medienamateure

Kinothek Asta Nielsen

 

Förderer:

Archäologie des Amateurfilms. Ausgrabungen zur visuellen Kultur der Moderne wird vom FWF, dem österreichischen Wissenschaftsfonds, gefördert.

Projektnummer: P23093

  

Zur Projekthomepage

Zur Homepage des Lehrstuhls für Mediengeschichte - Universität Siegen

Zur Homepage der Medienamateure

Zur Homepage der Kinothek Asta Nielsen

LBGClusterlogo