In person:

Barbara Hammer

Nitrate Kisses, 1992, Barbara Hammer (Foto: Light Cone)
19. bis 22. April 2018

"VARIETY, EXCHANGE, CRAZY ZEAL, ENERGY, NONSTOP ENTHUSIASM, and a COMMITMENT TO EXPERIMENTATION IN ART, LIFE, AND THE SOCIAL MEDIA": So verkündet Barbara Hammer die Formel eines radikalen Kinos der Liebe wider den amerikanischen Traum. Hammer (*1939) zählt zu den wichtigsten Vertreter*innen des unabhängigen amerikanischen Films. Mit ihrem experimentell-dokumentarischen Werk liegt zugleich das umfassendste Korpus an Avantgarde-Positionen zu lesbischer* Liebe, Beziehung und sexueller Ausdruckskraft vor. Die patriarchale und heteronormative Kodierung und Kontrolle des Kinos verdreht sie zugunsten einer physischen Durchmessung queer-feministischer Architekturen und Geografien.

Hammer studiert zunächst Psychologie und englische Literatur, bevor sie in den frühen 70er Jahren zum Filmstudium an der San Francisco State University übergeht. Bereits ihr erster Film, Schizy (1968), zeugt von der zentralen Treibkraft der Aneignung des (männlichen*) Raums: Hammer lebt zu dem Zeitpunkt noch mit ihrem Mann – sie verlässt die Ehe mit dem Motorrad und einer Super-8-Kamera. Hammer (der Name ist Programm!) ist die Synergie von Leben und (Film-)Kunst. Maßgeblich inspiriert ist sie von Maya Deren, die ihr eine visual mother ist: Als Hammer Meshes of the Afternoon (1943) sieht, weiß sie nach zahlreichen künstlerischen Experimenten, dass es im Kino einen Platz für sie geben würde. Diesen schafft sie sich im Mangel an Frauen*vorbildern selbst. Mit den Technologien des Laufbilds als Mittel der Ermächtigung und Forschung findet sie in der Verbindung von Berührung und Bild ihre eigene Ästhetik. Active Cinema nennt sie ihre Kunst; sechs Programme sind ihrer einzigartig belebenden Kraft gewidmet. (Katharina Müller & Christiana Perschon)
 
Barbara Hammer musste ihren Wien-Besuch krankheitsbedingt kurz vor Drucklegung absagen, wir werden in Gedanken bei ihr sein und ihr wunderbares Schaffen zum Strahlen bringen.