Zetteldämmerung, 1979, Alfred Kaiser

Filmrestaurierung

Damit sie auch künftigen Generationen zugänglich bleiben, müssen Filme restauriert werden. Die Erzeugung neuer kopierfähiger Elemente von bedrohten Materialien oder Unikaten sichert den weiteren Erhalt ihrer Bilder nach dem endgültigen Zerfall des Originals. Die kontinuierliche Herstellung von vorführbaren Kopien ermöglicht einen dauerhaften Zugang zu Filmwerken in ihrem originalen Präsentationsformat, das untrennbar mit dem werkgetreuen Kinoerlebnis verbunden ist.

 

Die Filmrestaurierung zählt zu den grundsätzlichen Aufgaben aller Filmmuseen und -archive. Für die sachgerechte Durchführung ihrer Restaurierungsprojekte arbeitet das Filmmuseum mit einem großen Netzwerk von Archivpartnern und spezialisierten Kopierwerken im In- und Ausland zusammen. Zusätzlich zu seinen eigenen Projekten stellt das Filmmuseum anderen Filmarchiven oder Rechtsinhabern Filme aus seiner Sammlung für deren Restaurierungsprojekte zur Verfügung.

 

Seit 2008 nutzt das Filmmuseum neben dem traditionellen analogen Kopierverfahren auch digitale Technologien zur Filmrestaurierung. Die Anschaffung modernster technischer Geräte und die Einrichtung eigener Werkstätten für digitale Filmrestaurierung ermöglichte es dem Filmmuseum und dem Filmarchiv Austria, Filme, deren Erhaltungszustand eine digitale Bearbeitung erfordert, mit einer archivarischen Sorgfalt und entlang restaurierungsethischer Prämissen zu bearbeiten, die im kommerziellen Laborbetrieb nicht erwartet werden können. Das Projekt der digitalen Filmrestaurierung in Österreich wird gefördert durch die Kunst- und Kultursektion im Bundeskanzleramt Österreich. Im Anfangsstadium wurde das Projekt weiters finanziell unterstützt durch die Abteilung Kunst und Kultur des Landes Niederösterreich sowie ECO Plus unter Einbeziehung von Mitteln des Europäischen Fonds für regionale Entwicklung (EFRE).

 

Über die Restaurierungsprojekte des Hauses hinaus sind die Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen des Filmmuseums an der internationalen Diskussion über die ethischen und praktischen Prinzipien der Filmrestaurierung aktiv beteiligt. Als Mitgestalter spielte das Filmmuseum eine wesentliche Rolle in der Konzeption und Organisation des internationalen Fachsymposiums Digital Film Restoration within Archives, das zwischen 21. und 23. September 2011 in Krems (NÖ) statt fand.

 

Im Rahmen des Symposiums veröffentlichte das Filmmuseum seine Digital Film Restoration Policy – ein Richtliniendokument in englischer Sprache für die digitale Restaurierung, den auch andere Individuen und Institutionen bei ihrer Arbeit in diesem Bereich zum Vorbild nehmen können. Weitere Ergebnisse und Folgen des Symposiums sind in der 2013 erschienenen englischsprachigen Buchpublikation Work|s in Progress dokumentiert.

 

2009 widmete die Diagonale den Restaurierungen des Filmmuseums zwei Programme. Zwischen 26. Februar und 11. März 2015 stellte das Filmmuseum die bisher größte Auswahl seiner Restaurierungen im eigenen Kino vor. Durch regelmäßige Aufführungen einzelner Filme an renommierten internationalen Spielorten wie die Filmfestivals in Berlin, Bologna, Locarno, Oberhausen und Venedig sowie in Kinoprgrammen weltweit, findet die Restaurierungsarbeit des Filmmuseums immer wieder großen Anklang. Die Projekte des Filmmuseums seit 2002 sind auf der Webseite aufgelistet, zum Teil ergänzt durch Kurzessays und Videobeispiele.