Sammlung Amos Vogel

Die Amos Vogel Library

Unter den vielfältigen Neuerwerbungen des Österreichischen Filmmuseums im Jahr 2012 befanden sich nicht nur an die 1000 Filmkopien, Vintage-Fotos zum sowjetischen Kino der 1920er Jahre und zahlreiche weitere Objekte für die Foto-, Plakat- und Schriftgutsammlungen des Hauses, sondern auch ein ganz besonderer Nachlass. Dank der Unterstützung durch die Filmabteilung des BMUKK konnte das Filmmuseum die Privatbibliothek von Amos Vogel sowie zahlreiche deutschsprachige Jugendschriften und Tonaufzeichnungen aus den Jahren 1950-80 übernehmen: ein 250 Transportkisten und mehr als 5000 Bücher umfassendes Dokument der österreichischen Exilgeschichte – und einer reichen, wechselvollen Lebensgeschichte.
 
Amos Vogel, 1921 in Wien geboren, emigrierte 1938 nach New York und wurde dort zu einer der bedeutendsten Persönlichkeiten der internationalen Filmkultur nach '45. Als Gründer und Kurator von Cinema 16, dem größten Filmclub der USA, als Gründungsdirektor des New York Film Festival sowie als Essayist und Autor des Standardwerks Kino wider die Tabus (Film as a Subversive Art) machte er sich wie kaum ein anderer um den unabhängigen Film verdient. "The man was a giant." (Martin Scorsese) Seit den 1990er Jahren wurden auch Vogels Wien-Kontakte wieder enger. So nahm er etwa 1993 als Gast – und mit einem bewegenden Vortrag – an dem großen Filmexil-Projekt Aufbruch ins Ungewisse teil, das die Viennale, das Filmmuseum und SYNEMA veranstalteten.
 
Nach Amos Vogels Tod am 24. April 2012 traten seine Söhne Steven und Loring an das Filmmuseum heran und ermöglichten den Ankauf der bis in die 1930er Jahre zurückreichenden Sammlung von Büchern, in der sich die enorme Bandbreite seiner intellektuellen Interessen spiegelt. Da die existierenden Archiv- und Bibliotheksräume des Filmmuseums die Wiederaufstellung, Katalogisierung und Nutzung der Amos Vogel Library nicht erlaubt hätten, wurden neue Räumlichkeiten für diesen Zweck angemietet. In den kommenden Jahren soll der riesige Bestand aufgearbeitet, via Internetdatenbank recherchierbar und öffentlich zugänglich gemacht werden.
 
Der von Paul Cronin 2014 herausgegebene Band Be Sand, Not Oil. The Life and Work of Amos Vogel versammelt sowohl ausgewählte Aufsätze und Dokumente von Amos Vogel als auch Essays über ihn und sein vielfältiges Lebenswerk.
Kontakt:
Elisabeth Streit

Tom Waibel

Die Aufarbeitung der Amos Vogel Library wird unterstützt vom Bundeskanzleramt Österreich und vom Nationalfonds der Republik Österreich für Opfer des Nationalsozialismus.
 
Bundeskanzleramt Oesterreich
Nationalfond der Republik Österreich für Opfer des Nationalsozialismus