Mater zu "Le Mépris" (Die Verachtung) 1963, Jean-Luc Godard

Maternsammlung

Technisch gesprochen, wäre die zutreffendste Bezeichnung für Druckmatern: analoge Datenträger. Sie stellen einen Objekttyp dar, in dem sich die Themenfelder Photographie, Drucktechnik, Filmkultur und Reklame überschneiden – Matern dienten der Vervielfältigung eines Bildes oder Textes für Kinoanzeigen in Tageszeitungen.
 
Das Österreichische Filmmuseum verfügt über einen Bestand von circa 3000 Druckmatern. Die ältesten stammen aus den späten 1940er Jahren, die jüngsten aus dem Jahr 1978. Vordergründig präsentieren sich die Druckmatern als unscheinbare Rechtecke aus pastellfarbenem oder himmelblauem Karton, in die ein sehr zartes Relief eingeprägt ist. Die nicht zu druckenden, also im Druckbild weiß erscheinenden Stellen sind dabei hochstehend, die zu druckenden, im Druckbild schwarz erscheinenden Stellen eingesenkt.
 
Dem Inhalt nach lassen sich in der Sammlung des Filmmuseums zwei Typen von Matern unterscheiden: die Inserat- oder Anzeigenmatern und die Pressebildmatern. Die Inseratmatern sind kontrastreiche, optisch ansprechend gestaltete Darstellungen, die den Verleihtitel des Films bewerben und oft durch emblematische Illustrationen und Produktionsnotizen ergänzt werden. Pressebildmatern hingegen zeigen gerasterte Standfotos oder Portraits von Schauspielern und Schauspielerinnen und dienten der Reproduktion von Pressefotos, die auf diese Weise in den Schriftsatz von Artikeln und Filmbesprechungen eingebunden werden konnten. Oft ist auf diesen Matern bereits eine Bildunterschrift eingeprägt.
 
Diese wichtigen Werkzeuge der Filmpromotion in der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts sind nun mittels einer Datenbank für das Publikum recherchierbar.

Kontakt:
Paolo Caneppele