Filmmuseum on location:

"Film-Stills" in der Albertina

Das Cabinet des Dr. Caligari, 1920, Robert Wiene
4. November 2016 bis 26. Februar 2017
Ort: Albertina

 
Ab November widmet sich die in Kooperation mit dem Filmmuseum organisierte Albertina-Ausstellung Film-Stills. Fotografien zwischen Werbung, Kunst und Kino umfassend dem Genre der film stills: bei Dreharbeiten auf dem Set aufgenommenen Standfotos, die für Werbe- bzw. Pressematerialien und Kino-Schaukästen angefertigt wurden. Ein Drittel der ausgestellten Exponate stammt aus der Fotosammlung des Österreichischen Filmmuseums, weitere Leihgeber sind Institutionen wie das British Film Institute, die Cinémathèque française und die Deutsche Kinemathek.

Im Feld der Fotografiegeschichte bilden film stills ein komplexes Genre, weil Elemente des Films wiederholt, aber in ein anderes Medium überführt werden: Indem die Filmszenen am Set in einem aufwendigen Produktionsverfahren speziell für den Fotoapparat re-inszeniert werden, entstehen eigenständige "Zwischenbilder". Die Aufnahmen scheinen zwar direkt dem Film entnommen, zeigen jedoch nicht dasselbe wie das Filmbild, sondern Neuarrangements, die an einem konkreten Zeitpunkt zu statischen Tableaus verdichtet wurden – und auch losgelöst vom Film zu betrachten sind. So haben manche stills ihrerseits die Rezeption des zugehörigen Kinofilms entscheidend mitgeprägt.
 
Die Ausstellung setzt drei Schwerpunkte: der Aufnahmeprozess von film stills, der Vergleich solcher Standbilder mit bewegten Filmaufnahmen und die Standfotografie an der Schnittstelle zur bildenden Kunst. Anhand ausgewählter Vintage-Abzüge wird nicht nur ein Querschnitt durch wesentliche Strömungen der Filmgeschichte gezeigt, sondern auch den prägenden Fotograf/inn/en dieses Genres breiter Raum eingeräumt. Die Fotosammlung des Filmmuseums wird mit Beispielen vom Atelier Manassé (Ekstase, 1932), Horst von Harbou (Die Nibelungen, 1922–24), Hans Natge (Faust, 1926), Frank Powolny (Sunrise, 1927), Pierluigi Praturlon (La dolce vita, 1959) und El Lissitzky (Dziga Vertov, 1929) vertreten sein.
 
Das Filmmuseum hat bereits in der Vergangenheit Impulse für eine genauere Auseinandersetzung mit film stills gesetzt, etwa 2010 mit der Ausstellung Shadowplay. Von 10.1. bis 7.2.2017 präsentiert das Filmmuseum in der Reihe "Die Utopie Film" eine Auswahl von Werken, die das Verhältnis der Medien Fotografie und Film aus Sicht des Kinos kommentieren.

Besucher/innen des Filmmuseums erhalten gegen Vorlage ihres Tickets vergünstigten Eintritt in die Ausstellung.

Programm: