
Macao (1952)
Regie: Josef von Sternberg, Nicholas Ray (ungenannt); Drehbuch: Stanley Rubin, Bernard C. Schoenfeld nach einer Erzählung
von Robert Creighton Williams; Kamera: Harry J. Wild; Musik: Anthony Collins; Darsteller: Robert Mitchum, Jane Russell, William
Bendix, Thomas Gomez, Gloria Grahame. s/w, 81 min
Ein sichtlich unzufriedener Josef von Sternberg drehte Macao im Auftrag von RKO, wurde gefeuert und durch Nicholas Ray ersetzt: Seither ist dieses entzückende Nebenwerk sträflich vernachlässigt
worden, so als ob andere Sternbergfilme nicht ebenso haarsträubende Handlungswendungen hätten und die opulent synthetische
Exotik dieses Film noir nicht deutlich den Stempel des Regie-Exzentrikers trüge. Eine kaum durchschaubare Intrige um Juwelenraub
als Vorwand für nächtliche Kompositionen wie jene einer Hafenstadt, die durch ein schier endloses Gitter von Netzen schimmert.
Ein sichtlich gutgelauntes Ensemble schlägt sich markige Pointen und interessierte Blicke um die Ohren, insbesondere Abenteurer
Robert Mitchum und tough gal Jane Russell beim ebenbürtigen Austauschen von Anzüglichkeiten. Letztere, ihr üppiges Dekolleté über die Reling reckend: Enjoying
the view? Woraufhin ersterer salopp entgegnet: It aint the Taj Mahal or the Hanging Gardens of Babylon,
but itll do. (C.H.)



