1964 | 2014

Projekte zum 50-Jahr-Jubiläum des Österreichischen Filmmuseums
Macao

Macao (1952)

Regie: Josef von Sternberg, Nicholas Ray (ungenannt); Drehbuch: Stanley Rubin, Bernard C. Schoenfeld nach einer Erzählung von Robert Creighton Williams; ­Kamera: Harry J. Wild; Musik: Anthony Collins; Darsteller: Robert Mitchum, Jane Russell, William Bendix, Thomas Gomez, Gloria Grahame. s/w, 81 min
 
Ein sichtlich unzufriedener Josef von Sternberg drehte Macao im Auftrag von RKO, wurde gefeuert und durch Nicholas Ray ersetzt: Seither ist dieses entzückende Nebenwerk sträflich vernachlässigt worden, so als ob andere Sternbergfilme nicht ebenso haarsträubende Handlungswendungen hätten und die opulent synthetische Exotik dieses Film noir nicht deutlich den Stempel des Regie-­Exzentrikers trüge. Eine kaum durchschaubare Intrige um Juwelen­raub als Vorwand für nächtliche Kompositionen wie jene einer Hafen­stadt, die durch ein schier endloses Gitter von Netzen schimmert. Ein sichtlich gutgelauntes Ensemble schlägt sich markige Pointen und interessierte Blicke um die Ohren, insbesondere Abenteurer Robert Mitchum und tough gal Jane Russell beim ebenbürtigen Austauschen von Anzüglichkeiten. Letztere, ihr üppiges Dekolleté über die Reling reckend: „Enjoying the view?“ Woraufhin ersterer salopp entgegnet: „It ain’t the Taj Mahal or the Hanging Gardens of Babylon, but it’ll do.“ (C.H.)