1964 | 2014

Projekte zum 50-Jahr-Jubiläum des Österreichischen Filmmuseums
Buone notizie (Gute Nachrichten)

Buone notizie (Gute Nachrichten) (1979)

Regie, Drehbuch: Elio Petri; Kamera: Tonino Nardi; Musik: Ennio Morricone; Darsteller: Giancarlo Giannini, Angela Molina, Paolo Bonacelli, Aurore Clément, Ninetto Davoli. Farbe, 106 min
 
Ein Mann (Giancarlo Giannini) arbeitet beim Fernsehen, doch was genau er da tut, weiß man nicht - klar ist nur, dass er tagein tagaus vor mehreren Bildschirmen sitzt, auf denen ununterbrochen Horror-News aus aller Welt zu sehen sind. Eines Tages trifft er einen alten Freund wieder, Gualtiero, ein Jude, der sich beständig verfolgt fühlt. Keiner glaubt ihm. Dann wird er ermordet. Hatte er also recht? Für unseren Helden ist das bloß Fernsehen: unwirklich. Tatsächlich hat Gualtiero aber seine Spuren in der Welt hinterlassen ... Ein Werk von radikaler Midlife-Crisis-Heiterkeit: Gegen das Kapital konnte man anfilmen, auch gegen den militärisch-industriellen Komplex in der Politik - aber gegen die Gesellschaft des Spektakels, wo alle Bilder ins Leere laufen, weil es außer Bildern nichts mehr zu geben scheint? Heute, nach Dekaden des Berlusconismo, stellt sich der Film ganz neu dar: Einen politisch alerten Geist wie Elio Petri hatte das Italien der letzten 30 Jahre keinen. (O.M.)