Mimì metallurgico ferito nell'onore (Mimi, in seiner Ehre gekränkt) (Foto: Sammlung Cinémathèque suisse)

Mimì metallurgico ferito nell'onore (Mimi, in seiner Ehre gekränkt) (1972)

Regie, Drehbuch: Lina Wertmüller; Kamera: Dario Di Palma; Musik: Piero Piccioni; Darsteller: Giancarlo Giannini, Mariangela Melato, Turi Ferro, Agostina Belli, Luigi Diberti. 35mm, Farbe, 112 min

Bei der Bürgermeisterwahl stimmt der sizilianische Arbeiter Mimì entgegen der Empfehlung seines Chefs (und der Mafia) für den kommunistischen Kandidaten – und verliert prompt seinen Job. Also lässt er die ungeliebte Gattin zurück und geht nach Turin: Bei illegaler Beschäftigung im Baugewerbe gerät er bald wieder an Mafiosi, die ihm ob seiner sizilianischen Verbindungen einen besseren Beruf als Metallarbeiter verschaffen, während er sich in eine Trotzkistin verliebt, die ihm ein Kind schenkt. Die vermeintliche Idylle im Norden endet jäh, als ihn die Mafia zwangsweise heimbeordert. Von seiner Frau betrogen, beschließt er sich zu rächen – mit extremen Folgen. Lina Wertmüllers vulgärsatirischer Rundumschlag karikiert die italienischen Verhältnisse mit besonderem Blick auf die Verzahnung von sexueller und politischer Macht, als grotesken Grenzgang zwischen Abstoßung und Sympathie: Giancarlo Gianninis Mimì ist gleichermaßen Opfer wie Täter, brutaler Macho und armer Tropf. (C.H.)

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