La terra trema (Die Erde bebt)

La terra trema (Die Erde bebt) (1948)

Regie: Luchino Visconti; Drehbuch: Visconti, Antonio Pietrangeli, nach I Malavoglia von Giovanni Verga; Kamera: G.R. Aldo; Musik: Willy Ferrero, Visconti; Darsteller: Einwohner des Dorfes Aci Trezza (Sizilien). 35mm, s/w, 159 min

Vermutlich die purste Bekundung der Doppelnatur des Neorealismus. Filmische Hinnahme, der dokumentarische Zug des Hinhorchens auf der einen Seite. Andererseits das, was Zavattini den "Instinkt der Solidarität", Rossellini die "moralische Einstellung", Visconti den "Inhalt" genannt hat: Hinwendung zu einer Welt, die im Argen liegt, und Kampf gegen die Ursachen der Misere. Keine Schauspieler, keine Studios, keine story. Arbeit, Ausbeutung, vergeblicher Aufruhr einer Gruppe sizilianischer Fischer und der durch Verarmung erwirkte Niedergang einer Familie. Mit seinen aus dem Stegreif parlierenden Laien und seinem klassenkämpferischen Furor stellt La terra trema den Höhepunkt des filmischen Verismus dar. Was nicht ausschließt, dass die Dialoge der Fischer von Aci Trezza wie große Musik klingen, ihre Sprachbilder spontane Dichtung darstellen und Viscontis Film über weite Partien stilisiert wie eine antike Tragödie anmutet, die durch die Schule der italienischen Oper gegangen ist. (H.T.)

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