Il bell'Antonio

Il bell'Antonio (1960)

Regie: Mauro Bolognini; Drehbuch: Bolognini, Pier Paolo Pasolini, Gino Visentini nach dem Roman von Vitaliano Brancati; Kamera: Armando Nannuzzi; Musik: Piero Piccioni; Darsteller: Marcello Mastroianni, Claudia Cardinale, Pierre Brasseur, Rina Morelli, Tomas Milian. 35mm, s/w, 105 min

Der fesche Antonio (Marcello Mastroianni) kommt nach drei Jahren in Rom in seine Heimatstadt Catania zurück. Ihm eilt ein blendender Ruf voraus – jedenfalls nach sizilianischen Männlichkeitsbegriffen: "Wie die Katzen" hätten die Frauen an der Türe des Don Juan gejault. Dass den Heimkehrer eine gewisse Melancholie umweht, wird ignoriert: Die stolzen Eltern arrangieren eine pompöse Hochzeit mit einer hübschen Tochter aus gutem Haus (Claudia Cardinale). Antonio willigt erst ein, nachdem er sich in ein Bild seiner Frau in spe verliebt. Als sie nach Monaten noch immer unberührt ist, wird Antonio zum Gespött des Orts ... In Vitaliano Brancatis Romanvorlage diente sexuelle Impotenz als grotesker Spiegel des faschistischen Regimes, in der erdigeren Modernisierung durch Bolognini und Koautor Pasolini ist sie die universale Metapher für versteinerte Geschlechterrollen – die tragische Farcen-Vorstufe zu commedia-Hits wie Scheidung auf Italienisch. (C.H.)

Spieltermine: