Porte aperte (Offene Türen)

Porte aperte (Offene Türen) (1990)

Regie: Gianni Amelio; Drehbuch: Amelio, Stefano Rulli nach dem Roman von Leonardo Sciascia; Kamera: Tonino Nardi; Musik: Franco Piersanti; Darsteller: Gian Maria Volontè, Ennio Fantastichini, Renato Carpentieri, Tuccio Musumeci, Silverio Blasi. 35mm, Farbe, 112 min

Palermo, 1936: Ein entlassener Justizbeamter begeht einen kaltblütigen Dreifachmord an seinem ehemaligen Vorgesetzten, seinem Nachfolger und seiner Frau, um sich dann widerstandslos verhaften zu lassen. Die öffentliche Meinung fordert seine Hinrichtung, das faschistische Regime will kurzen Prozess machen – das Diktum, das jeder Bürger sicher "bei offenen Türen" schlafen kann, steht auf dem Spiel. Doch der beisitzende Richter Vito di Francesco (Gian Maria Volontè in einer großen Altersrolle), überzeugter Gegner der Todesstrafe, widersetzt sich und versucht durch subtile Befragung, die wahren Hintergründe zu erforschen – zum Unmut des Angeklagten wie des Systems. Amelios Verfilmung eines der dunkelsten, knappsten Bücher Leonardo Sciascias präsentiert sich als ruhiges humanistisches Kammerspiel über Rache, Recht und (unzulängliche) Gerechtigkeit: Die nachdenkliche, überzeugende Präzision der Inszenierung verleiht dem Verfahren hohes moralisches Gewicht. (C.H.)

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