Lo zio di Brooklyn (Der Onkel aus Brooklyn) (Foto: Sergio Cipri / Deutsche Kinemathek)

Lo zio di Brooklyn (Der Onkel aus Brooklyn) (1995)

Regie, Drehbuch: Daniele Ciprì & Franco Maresco; Kamera: Luca Bigazzi; Musik: Joseph Vitale; Darsteller: Salvatore Gattuso, Pippo Agusta, Salvatore Schiera, Gaspare Marchione, Natale Lauria. 35mm, s/w, 98 min

Das delirierende Debüt des Duos Ciprì & Maresco, die zuvor mit der Fernseh-Kurzfilmreihe "Cinico TV" ihr groteskes wie visionäres und vor allem (zwerchfell-)erschütternd komisches Universum definiert hatten: mit Alltagsgeschichten aus den Slums ihrer Heimatstadt Palermo, die sie in ihrem ersten Spielfilm nahtlos weiterführten. Eingangs gibt es Sex mit einem Esel (gegen Geld für den Besitzer, versteht sich); vergleichbare Vignetten ersetzen eine Handlung im eigentlichen Sinn, lose geht es um die Fehlleistungen eines verkommenen Brüdertrios zwischen Mafia-Zwergen, furzenden Fettsäcken, unfähigen Sängern und (ausnahmslos von Männern gespielten) Frauenkarikaturen. Die apokalyptische Wiedergeburt des Neorealismus (samt virtuoser Schwarzweißfotografie) vor dem Hintergrund einer absurd gewordenen Gegenwart: Ihre bizarren Gag-Paraden, so Ciprì & Maresco, seien schlichte Aufzeichnungen "vom Tod des Kinos und unserer Zivilisation". (C.H.)

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