Placido Rizzotto (Foto: Deutsche Kinemathek)

Placido Rizzotto (2000)

Regie, Drehbuch: Pasquale Scimeca; Kamera: Pasquale Mari; Musik: Agricantus; Darsteller: Marcello Mazzarella, Vincenzo Albanese, Carmelo Di Mazzarelli, Gioia Spaziani, Arturo Todaro. 35mm, Farbe, 110 min

Parallel zu I cento passi des gebürtigen Milanesen Marco Tullio Giordana, aber international zu Unrecht kaum wahrgenommen, legte der Sizilianer Pasquale Scimeca die Biografie eines anderen Märtyrers im Kampf gegen die Mafia vor, gespeist ganz aus dem Geist eines authentisch regionalen Kinos – und darin eine Art absoluter Gegenentwurf zum Cosa-Nostra-Glamour von The Godfather. Scimeca rekonstruiert den Fall von Placido Rizzotto, der als Gewerkschaftsführer nach dem Zweiten Weltkrieg den Widerstand der Bauern gegen die Enteignung gemäß Mafia-Linie organisierte, woraufhin er 1948 von einem Capo der Organisation hingerichtet wurde. Mit strenger, dabei immer wieder griffig-roher Inszenierung folgt Scimeca dem Weg der Geschichte bis hin zur Ermordung Rizzottos, um zur vielschichtigen Analyse der verschiedenen Versionen seiner letzten Stunden überzugehen: die letzten Worte eines Dialogs zwischen individueller (Widerstands-)Aktion und sozialem Zusammenhalt. (C.H.)

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