Baal

Baal (1982)

Regie: Alan Clarke; Drehbuch: John Willett nach dem Theaterstück von Bertolt Brecht; Kamera: John Timbers; Musik: Dominic Muldowney, Kurt Weill; Darsteller: David Bowie, Robert Austin, Jonathan Kent, Russell Wootton, Julian Wadham, Zoë Wanamaker. Video, Farbe, 64 min

Im Anschluss:
Saturday Night Live (15.12.1979) von Dave Wilson. Gastgeber: Martin Sheen; mit David Bowie, Klaus Nomi, Joey Arias. Video, Farbe, ca. 9 min [Ausschnitt]

Leben und Sterben des verfemten Dichters. Bowie in seiner vielleicht kongenialsten Schauspielerrolle, sieht man von den vielen Pop-Bühnenfiguren ab, die er bis Anfang der 1980er kreiert und wieder abgestreift hatte. Brechts erstes Drama, über "rise and fall" des anarchisch-randständigen Poeten, für die BBC verfilmt vom großen englischen Regisseur Alan Clarke. Mit ungewohnten Fernsehmitteln (statischer Theaterblick, Split-Screens, eingestreute Couplets) bringt Clarke das Räudige, Widerborstige und Dreckige des kollabierenden Künstlerlebens zum Vorschein. Verkörpert von einem seltsam gewandten Bowie, der die Brecht-Lieder mit außergewöhnlicher Finesse auf den Punkt bringt. Danach David Bowie mit einer Live-Extravaganza aus seiner Post-Berlin-Zeit: Unterstützt von Koryphäen der New Yorker Queer-Szene (Klaus Nomi, Joey Arias) kreuzt der Mann, der die Welt verkauft hat, deutsches Jahrmarkt-Theater mit Dada und Ostmoderne. Post-Punk-Collagismus at its best.

Einführung von Christian Höller

Spieltermine: