1964 | 2014

Projekte zum 50-Jahr-Jubiläum des Österreichischen Filmmuseums
The Pirate

The Pirate (1948)

Regie: Vincente Minnelli, Drehbuch: Albert Hackett, Francis Goodrich, Kamera: Harry Stradling Sr., Musik: Lennie Hayton, Cole Porter, Darsteller: Judy Garland, Gene Kelly, Walter Slezak, Gladys Cooper, Reginald Owen. Farbe, 102 min, Engl. OF

 

Manuela, die Schönheit aus der Karibik, ist verliebt in ihre Vorstellungen von Macoco, dem Piraten, dem sie zur Frau gegeben werden soll, was aber niemand weiß, denn bürgerlich ist er der Bürgermeister des Ortes. Serafin, ein ebenso charmanter wie behender fahrender Komödiant, der Verführung so mächtig wie der Hypnose, verliebt sich in Manuela, die ihm ganz mesmerisiert den Namen ihres Ersehnten offenbart, worauf er ihr zu suggerieren beginnt, er sei der Mann ihrer Träume. Da schichten sich die Ebenen, Schein und Sein und Reflektion, und alle spielen sich gegenseitig etwas vor. Mittendrin eines jener Song-and-Dance-Psychodramen, in denen Minnelli über seinen gerade laufenden Film nachdenkt. Es passt - wer will, kann es sehen -, dass in dieser Welt der Bilder und Trugschlüsse, während der Produktion von The Pirate, Judy Garlands latente Lebensangst zur real existierenden Seelenkrankheit anwuchs: Sie, die immer mit dem Unterschied zwischen ihrem Selbst und ihren Rollen zu kämpfen hatte, verlor sich in diesem Exotika-Pandämonium von Personen und Personae. (R.H.)