Il mercenario [Mercenario - Der Gefürchtete]

Il mercenario [Mercenario - Der Gefürchtete] (1968)

Regie: Sergio Corbucci, Drehbuch: Corbucci, Luciano Vincenzoni u.a., Kamera: Alejandro Ulloa, Musik: Ennio Morricone, Bruno Nicolai, Darsteller: Franco Nero, Jack Palance, Tony Musante, Giovanna Ralli, Eduardo Fajardo. Farbe, 104 min, Dt. Fassung
 

In gewisser Weise hat Corbucci mit Il grande silenzio alles erreicht: Tabula rasa am eisigen Nullpunkt, wo alle Regeln sinnlos sind, ihre Befolgung Selbstmord ist. Konsequenterweise sind Corbuccis spätere Italowestern barock-burleske Regelverstoßwerke zur Revolution, die gleichzeitig der letzte Spaß und bei aller Hoffnungslosigkeit doch das einzige ist, woran man sich noch klammern kann. Vamos a matar, compañeros! wie der entfesselte, hysterisch-euphorische Morricone-Kinderchor im nächsten, nahe verwandten Corbucci-Film kreischt, davor erklärt eine geniale Szene von Il mercenario das (kapitalistische) System-Problem am nackten Frauenkörper: Der Kopf ist die herrschende Klasse, der Arsch sind die Armen, dazwischen liegt das unüberwindliche Rückgrat - der Mittelstand macht die Revolution zunichte. Rundherum ähnlicher Erfindungsreichtum, während noch einmal die Italowestern-Geschichte vom Söldner, vom Idealisten, von revolutionären Prinzipien und vom Lockruf des Goldes in wilden Rückblenden bis zum Zirkus-Showdown durchgespielt wird und nicht und nicht aufhören will - der letzte Spaß, eben: "Träume weiter, aber mit offenen Augen!" (C.H.)

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