1964 | 2014

Projekte zum 50-Jahr-Jubiläum des Österreichischen Filmmuseums
Irezumi ichidai (Tatooed Life) © 1965 Nikkatsu Corporation

Irezumi ichidai (Tatooed Life) (1965)

Regie: Suzuki Seijun; Drehbuch: Naoi Kinya, Hattori Kei; Kamera: Takamura Kuratarō; Musik: Ikeda Masayoshi; Darsteller: Takahashi Hideki, Hananomoto Kotobuki, Yamauchi Akira, Itō Hiroko, Izumi Masako. Farbe, 87 min
 
Murakami Tetsutarō ist kein Yakuza aus Leidenschaft: Er wählte ­diesen Lebensweg, um seinem Bruder Kenji den Schulbesuch zu finanzieren. Nun soll’s genug sein: Tetsutarō will aussteigen. Wie Genre-üblich verlangt der oyabun einen letzten Job, der sich als ­Falle entpuppt - auf den Killer wartet ein Killer. Der Plan misslingt, Tetsutarō überlebt, aber um welchen Preis - sein Bruder Kenji tötet seinen Töter. Nun werden sie sowohl von der Polizei als auch den Gangstern gejagt. Melancholia. Ein Land zerrissen zwischen Proletariern und Kapitalisten, die mit den aufkommenden Faschisten kollaborieren. Machos, die an ihrer Zartheit zerbrechen. Eine Flucht ins Nirgendwo, getaucht in gedeckte Farben. Erst gegen Ende, bei einem Gemetzel à la bonne heure, ging’s mit Suzuki durch, und zwar so sehr, dass ihn die Nikkatsu-Chefetage abmahnte. (R.H.)