La terra trema (Die Erde bebt), 1948, Luchino Visconti

La terra trema (Die Erde bebt)

Regie: Luchino Visconti; Drehbuch: Luchino Visconti, Antonio Pietrangeli, nach
I Malavoglia von Giovanni Verga; Kamera: G.R. Aldo; Schnitt: Mario Serandrei; Musik: Willy Ferrero; Darsteller*innen: Einwohner*innen des Dorfes Aci Trezza (Sizilien). IT, 1948, 35mm, sw, 159 min. Italienisch mit dt. UT

 
Davor:
Pescherecci Vittorio De Seta. IT, 1958, 35mm, Farbe, 11 min
 
Für seinen zweiten Film kann Luchino Visconti endlich auf einen Stoff des von ihm verehrten Giovanni Verga zurückgreifen, der sieben Dekaden zuvor die italienische Literatur als Hauptvertreter des Verismus mitgeprägt hatte. Mit La terra trema gelingt Visconti dann auch der wohl reinste Ausdruck des filmischen Neoverismus: ein Epos vom Alltag im armen sizilianischen Fischerdorf Aci Trezza. Statt Schauspielern: echte Einwohner, die in ihrem für Nicht-Sizilianer unverständlichen Akzent reden. Statt künstlicher Kulissen: die Welt im Naturlicht. Statt konventioneller Erzählung: die Details des Lebens, Verstreichen der Zeit in kühn unverdichteten Blöcken von Wirklichkeit. Sie formen auch eine Geschichte der Auflehnung gegen ausbeuterische Zusammenhänge. Viscontis Radikalität im Quasidokumentarischen vermählt sich aber auch mit opernhafter Wucht und einer Stilisierung, die "natürliches" großes Kino produziert – das unvermeidliche neorealistische Paradox. (C.H.)
 
Einführung von Christoph Huber

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