Moses und Aron, 1974, Jean-Marie Straub, Danièle Huillet

Moses und Aron

Ein Film von Jean-Marie Straub, Danièle Huillet nach dem Opernfragment von Arnold Schönberg; Kamera: Renato Berta, Gianni Canfarelli, Saverio Diamanti, Ugo Piccone; Musik: Arnold Schönberg; Darsteller*innen: Günter Reich, Louis Devos, Eva Csapó, Roger Lucas. BRD/FR/IT/AT, 1974, 35mm, Farbe, 106 min. Deutsch
 
Moses und Aron ist eine elementare, in einem Amphitheater in den Abruzzen in Szene gesetzte Adaption der unvollendeten Oper Arnold Schönbergs über den Kampf zwischen Wort (Moses, Mann der Gesetzestafeln) und Bild (Aron, Anhänger des Goldenen Kalbs). Außerordentlich sowohl als "materiellster" aller Opernfilme wie auch schlicht als Film-über-Film, über die Bedeutung von schnellen Schnitten und langen Totalen, von Kamerabewegung und Statik, von Perspektiven und Einstellungsgrößen. Manny Farber und Patricia Patterson haben über die "köstliche und beglückende" sinnliche Erfahrung des Films geschrieben: "Jeder Riss in den Wänden der Arena erscheint als außergewöhnlich und besitzt eine physische Wirklichkeit, die im Geist widerhallt." Die Widmung: "für Holger Meins" wurde bei der deutschen (TV-)Premiere prompt eliminiert: "Könnte als politische Demonstration missverstanden werden", so die ARD-Programmdirektion. (C.H.)

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