Naua Huni

Barbara Keifenheim, Patrick Deshayes, DE 1986
Drehbuch, Kamera, Schnitt: Barbara Keifenheim, Patrick Deshayes. 16mm, Farbe, 64 min. Englisch mit dt. UT 
 
Statt eines gewöhnlichen ethnografischen Films über das indigene Volk der Huni Kuin, das im nordöstlichen Peru und in Brasilien lebt, drehen Barbara Keifenheim und Patrick Deshayes den Blick um: Sie zeigen den Kaxinawá, wie die in zyklischen Abständen zum Zwecke des Metalltausches mit den Weißen in Verbindung tretenden Huni Kuin auch genannt werden, Bilder aus dem Ruhrgebiet der 1980er Jahre. Die aus Europa mitgebrachten Bilder aus der Welt der Naua Huni, was zugleich "weißer Mann" und "Halluzination" bedeutet, lösen Erstaunen bei den Huni Kuin aus. Sie betrachten neugierig die großen Schiffe und Maschinen, vor allem aber bemitleiden sie die auf einer provisorisch errichteten Leinwand zu sehenden Weißen, weil die so viel arbeiten müssen. Elegant verbinden die Filmemacher in dieser gespiegelten Erkundung des Fremden das Bewusstsein für die eigene Welt mit Mythen und Alltag des vom Aussterben bedrohten Volks. Die Kinobilder bezeichnen die Huni Kuin als Visionen, die sie mit dem vom Lianensaft bewirkten Drogenrausch vergleichen. Welche Arbeit das sei, einen Film zu machen, der gleiche Effekt würde sich mit ihrem Lianensaft doch viel leichter erzeugen lassen. (P.H.)

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