
Menschen am Sonntag
Robert Siodmak, Edgar G. Ulmer, DE 1930; Drehbuch: Robert Siodmak, Edgar G. Ulmer, Billy Wilder, Fred Zinnemann nach einer Idee von Curt Siodmak; Kamera: Eugen Schüfftan; Schnitt: Robert Siodmak; Darsteller*innen: Erwin Splettstößer, Brigitte Borchert, Wolfgang von Waltershausen. 35mm, sw, ca. 74 min (22 B/sek). Deutsche ZTEine Gruppe junger Männer, die nach ihrer Emigration allesamt Großes in Hollywood leisten würden, erfand mit dem letzten "großen" (eigentlich aber bewusst sehr kleinen) deutschen Stummfilm gewissermaßen die Nouvelle Vague avant la lettre. Vier junge Menschen beim Sonntagsausflug an den Wannsee, voller lyrischer und komischer Details. Aus der Großstadtsymphonie, aus dem Rhythmus der Masse schälen sich die individuellen Schicksale in ihrer schlichten Schönheit heraus. Menschen am Sonntag, von Eugen Schüfftan bestechend fotografiert, ist ein Film, der mit seiner Spontaneität wirbt ("ein Film ohne Schauspieler", schwindelt stolz der erste Titel, wo er doch nur Laiendarsteller meint) und in seinem unprätentiösen Charme Recht behält: Es genügt ihm, mit der Wärme eines neugierig auf der Haut kitzelnden Sonnenstrahls jenes banale Wunder zu feiern, das man gemeinhin Leben nennt. (C.H.)
Am Klavier: Elaine Brennan