Eraserhead, 1977, David Lynch

Eraserhead

David Lynch, US 1977; Drehbuch: David Lynch; Kamera: Herbert Cardwell, Frederick Elmes S.; Musik: David Lynch; Darsteller*innen: Jack Nance, Charlotte Stewart, Allen Joseph, Jeanne Bates, Jack Fisk. 35mm, sw, 89 min. Englisch
 
Prototyp von David Lynchs Albtraumkino und zugleich dessen Quintessenz: surreale Streifzüge nicht nur durch Genre oder Suburbia, sondern durchs reine Lynchiversum, mit seinen eigenen, erheiternd bis furchterregend unverständlichen Regeln. Unverwechselbarer Hauptdarsteller unter unverwechselbarer Turmfrisur: Jack Nance, unglückseliger Ritter von der tragikomischen Gestalt. Gefangener der schwarzweißen Wüstenei aus Industrieruinen und Kanalrohren, Gefangener absurder Familienbande. Zwangsheirat mit der quasi-autistischen Freundin und väterliches Verantwortungstrauma wegen eines Monsterbabys, das ächzt und keucht wie eine Sirene auf dem (dank Dauerwummern ohnehin schon zermürbenden) Terrorkunstsoundtrack. Nur wenn die Frau im Heizkörper tröstend singt: "In heaven, everything is fine", dann träumt der Gequälte, dass sich sein Kopf vom Körper katapultiert – und zu Radiergummis verarbeitet wird. Er wird der Eraserhead. Aber die Angst ist unauslöschlich. (C.H.)