
Kids
Larry Clark, US 1995; Drehbuch: Harmony Korine; Kamera: Eric Edwards; Schnitt: Christopher Tellefsen; Musik: Lou Barlow, John Davis; Darsteller*innen: Chloë Sevigny, Rosario Dawson, Leo Fitzpatrick, Sarah Henderson, Justin Pierce. 35mm, Farbe, 92 min. EnglischKaum ein anderer Film war Mitte der 1990er so umstritten wie das Spielfilmdebüt von Larry Clark, der bereits ab den 1970ern als Fotograf mit kontroversen Bänden wie Tulsa (über die Drogenszene in seiner Heimatstadt) bekannt geworden war. Clark wollte die sexuelle Offenheit und dokumentarische Bildsprache seiner Fotoarbeit ins Kino übertragen und – nach einem Drehbuch von Harmony Korine – den "Großen Amerikanischen Teenagerfilm" drehen, indem er sich ganz der gegenwartsfixierten Perspektive der Protagonist*innen verschrieb: Eine Gruppe von Jugendlichen, die sich Exzessen mit Sex und Drogen hingibt, auch um die Angst vor AIDS zu verdrängen. Clarks Interesse an Körperlichkeit knüpfte an die beobachtende Attitüde von Andy Warhols Sixties-Filmstudien an und schockierte mit seiner in jeder Hinsicht aufregenden Rückkehr zu ungeschönter Drastik im US-Kino. Jenseits der Handlungselemente hat Kids eine bleibende ethnografische Qualität. (C.H.)