
Tout est pardonné (All Is Forgiven)
Mia Hansen-Løve, FR 2007; Drehbuch: Mia Hansen-Løve; Kamera: Pascal Auffray; Schnitt: Marion Monnier; Darsteller*innen: Paul Blain, Marie-Christine Friedrich, Victoire Rousseau, Constance Rousseau, Carole Franck. 35mm, Farbe, 103 min. Französisch/Deutsch mit dt./franz. UTEin Partner und Vater wie aus dem Bilderbuch ist Victor nicht. Zwar spielt er liebevoll mit seiner sechsjährigen Tochter Pamela, doch seine Partnerin Annette bemerkt wiederholt, dass er schon um elf Uhr vormittags zu trinken beginnt. Das ungleiche Paar – sie ist eine berufstätige Wienerin aus gutbürgerlichen Verhältnissen, er ist Franzose und versucht sich wenig erfolgreich als Schriftsteller – zieht von Wien nach Paris. Hier verschlechtert sich die Situation, die bereits zuvor Thema war: Victor rutscht in die Drogensucht. Bereits in ihrem Spielfilmerstling zeigt sich die Handschrift der französischen Regisseurin Mia Hansen-Løve: Sie entwirft und betrachtet Beziehungsgefüge in ihren Werken auf sanfte und genaue Weise, aber mit einer gewissen emotionalen Distanz, die jede Rührseligkeit oder tragische Ergriffenheit ausschließt. Ihre Figuren bleiben ein Stück weit privat und behalten ihre Geheimnisse für sich. (S.Z.)