Birdwatchers – La terra degli uomini rossi, 2008, Marco Bechis

Birdwatchers – La terra degli uomini rossi

Regie: Marco Bechis; Drehbuch: Marco Bechis, Luiz Bolognesi, Lara Fremder; Kamera: Hélcio Alemão Nagamine; Schnitt: Jacopo Quadri; Musik: Andrea Guerra; Darsteller: Claudio Santamaria, Alicélia Batista Cabreira, Chiara Caselli, Matheus Nachtergaele. IT/BR, 2008, 35mm, Farbe, 102 min. Portugiesisch und Guaraní mit dt. UT
 
Davor:
Mexique, baignade de chevaux Cinématographe Lumière, FR/MX, 1897, 35mm, sw, ca. 1 min
 
Schon die Eröffnung von Birdwatchers unterläuft die Erwartungen: Touristen auf einem Aussichtsboot in Brasiliens Regenwald bestaunen die bemalten Eingeborenen am Flussufer, die ihnen kreischend ein paar Pfeile nachschießen. Dann gehen die Indios in den Wald, schminken sich ab, werden für ihre Darstellerdienste armselig ausbezahlt und ins Reservat zurückgekarrt. Ausnahmeregisseur Marco Bechis entwickelte seinen Film nach echten Begebenheiten gemeinsam mit Guarani-Kaiowá, die sich auch selbst spielen: Dem traditionellen Leben ist man längst entfremdet, beim Stammesnachwuchs kommt es regelmäßig zu Selbstmorden. Als ein Trupp Indios ausbricht und auf dem alten Territorium ein Lager errichtet, eskaliert die Konfrontation mit dem Grundbesitzer. Die vibrierende Bildgewaltigkeit von Bechis' Film erinnert an die berühmten Dschungelepen von Werner Herzog, doch der revisionistische Blick auf die Ausgrenzungspolitik und ihre Folgen produziert ein gleichermaßen überraschendes wie unversöhntes Kinostück von brennender Aktualität. (C.H.)
 
Einführung von Christoph Huber und Tom Waibel
 
Freier Eintritt für Fördernde Mitglieder

Spieltermine: