
Dying
Michael Roemer, US 1976; Drehbuch, Schnitt: Michael Roemer; Kamera: David Grubin. DCP (von 16mm), Farbe, 83 min. EnglischDer Fernsehdokumentarfilm Dying begleitet drei unheilbar erkrankte Menschen, die sich ihrem bevorstehenden Tod stellen müssen, über den Zeitraum von zwei Jahren. Roemer interessiert sich vor allem für die Perspektive der Sterbenden, lässt aber auch die Angehörigen zu Wort kommen und widmet sich dem tabuisierten Thema mit Einfühlungsvermögen und großer Offenheit. Seine Protagonist*innen sprechen mit emotionaler Offenheit, etwa Harriet, die bald eine junge Witwe mit zwei jungen Söhnen sein wird. Sie wünscht sich, dass ihr Mann Bill schnell sterben möge, wenn es denn sein müsse, damit sie noch die Chance habe, wieder zu heiraten. Schmerzhafte Wahrheiten und die Unvorhersehbarkeit menschlichen Verhaltens tauchen in Roemers Werk immer wieder auf. Seinen unvoreingenommenen Zugang beschreibt er so: "Ich treffe keine Entscheidungen, ich lasse die Gegebenheiten für mich entscheiden." (J.P.)