Langsamer Sommer, 1976, John Cook, Susanne Schett (Kadervergrößerung ÖFM)

Langsamer Sommer

John Cook, Susanne Schett (Mitarbeit), AT 1976; Drehbuch, Kamera: Helmut Boselmann, John Cook, Michael Pilz; Schnitt: John Cook, Susanne Schett; Musik: Mathias Rüegg; Darsteller*innen: John Cook, Helmut Boselmann, Eva Grimm, Hilde Pilz, Michael Pilz. 35mm, sw, 86 min. Deutsch
 
John Cook, ein kanadischer Modefotograf, den es Ende der 1960er nach Wien verschlagen hatte, brachte mit seinen vier Filmen, die zwischen 1972 und 1982 entstanden, eine Ahnung jener Erneuerungsbewegungen des Kinos nach Österreich, die andere europäische Länder in den Jahrzehnten davor ungleich heftiger heimgesucht hatten. Sein Langfilmdebüt Langsamer Sommer, produziert von Michael Pilz und mit minimalem Budget auf Super 8 gedreht (später wurde ein 35mm-Blow-up angefertigt), positioniert sich nahe am "wirklichen" Leben seiner Protagonist*innen, einer lose zusammengewürfelten Wiener Bohème, und an ihrem vom Müßiggang und ziellosen Driften bestimmten Alltag. Dokumentarisch und durch ein Film-im-Film-Szenario zugleich als Konstruktion erkennbar, reihen sich Situationen eines Sommers aneinander, die vor allem von lntensitäten (jener der Figuren, aber auch der Stimmungen eines Tages) bestimmt sind. Es geht um nichts und dann doch um alles: um ein Zeitbild, um die Reflexion des eigenen Seelenzustands, der sich fortlaufend wandelt, und wie nebenbei auch um ein Bild der Stadt, ihres im Gassenwerk versteckten Lebens. (D.K.)