Po isti poti se ne vračaj (Don't Come Back by the Same Way), 1965, Jože Babič

Festung Europa
Grenze in Film und Geschichte

17. bis 20. Juni 2025

Angesichts der Tatsache, dass die europäischen Staats- und Regierungschefs fieberhaft die Militarisierung Europas fordern, mutet es seltsam an, wenn dasselbe Europa immer wieder betont, dass es sich für Inklusion, Gleichberechtigung und Vielfalt einsetzt. Europa ist seit jeher von Grenzen durchzogen und geteilt: mit Sicherheit von solchen, die von den offiziellen Institutionen wie die Polizei, die Einwanderungsbehörden usw., errichtet worden sind. Vor allem aber von jenen starren Grenzen im Herzen und im Geist des "Europäischen", durch  die die Ausgegrenzten, Gedemütigten und Benachteiligten bestimmt und kontrolliert werden. Die Voraussetzungen, unter denen Europa seine Gräben zieht, ändern sich im Verlauf der Zeit, aber das Ziel bleibt das gleiche: Wohlstand und Demokratie für die wenigen, die über die Realität aller anderen entscheiden. Die Filme dieser Retrospektive geben sich nicht mit den bekannten Rezepturen zufrieden (um den Frosch langsam zu köcheln), sondern halten der europäischen Kartografie und dem Umgang mit den "Fremden", die auf der falschen Seite der Grenze stehen, konsequent einen Spiegel vor. (Varja Močnik)
 
Die Filmreihe ist Teil der Retrospektive Oriente Vzhod / Occidente Zahod – Border in Film and History im Rahmen des offiziellen Programms der Europäischen Kulturhauptstadt 2025 von Nova Gorica und Gorizia. Das mehrjährige Projekt wurde von Kinoatelje in Zusammenarbeit mit zahlreichen Partnern initiiert und hat sich auf der Grundlage von jährlichen Symposien entwickelt, die Themen wie die Bedeutung von Archivmaterial, lokalen Filmkulturen sowie Film- und Fernsehpraktiken im breiteren grenzüberschreitenden, historischen und zeitgenössischen Kontext untersuchen.