Themroc, 1973, Claude Faraldo

Themroc

Regie, Drehbuch: Claude Faraldo; Kamera: Jean-Marc Ripert; Schnitt: Noun Serra; Musik: Harald Maury; Darsteller: Michel Piccoli, Béatrice Romand, Patrick Dewaere, Coluche, Miou-Miou. FR, 1973, 35mm, Farbe, 110 min. Kein Dialog
 
Themroc zählt zu den wenigen Werken, denen die Bezeichnung Kultfilm wirklich zusteht: Claude Faraldos originelle Anarcho-Farce wurde für Jahrzehnte zum Post-68er-Renner in den Programmkinos. Michel Piccoli liefert eine seiner drei oder fünf besten Darstellungen als Titel(anti)held: als Arbeiter, der eines Tages genug hat vom Status Quo und der perspektivlosen Herdenexistenz im modernen Kapitalismus, alles kurz und klein schlägt und sich als urbaner Höhlenmensch in den Ruinen seiner Wohnung neu erfindet – Inzest und Kannibalismus inklusive. Mit durchschlagendem Erfolg: Bald wird der Lebensstil von der Nachbarschaft übernommen. Als besonderer Clou wird der troglodytische Triumph auch am Soundtrack zelebriert: Themroc ist ein Film des rhythmischen Tons und der Sprachlosigkeit, in dem der Lärm und das unverständliche Gestammel der Industriegesellschaft sukzessive durch eine befreiende Orgie des Grunzens, Stöhnens und Schreiens überdeckt werden. (C.H.)