Elvira Madigan (Das Ende einer großen Liebe), 1967, Bo Widerberg (Foto: Swedish Film Institute)

Elvira Madigan (Das Ende einer großen Liebe)

Regie, Drehbuch, Schnitt: Bo Widerberg; Kamera: Jörgen Persson; Musik: Wolfgang Amadeus Mozart, Antonio Vivaldi; Darsteller: Pia Degermark, Thommy Berggren, Lennart Malmer, Cleo Jensen, Nina Widerberg. SE, 1967, 35mm, Farbe, 89 min. Schwedisch mit dt. UT
 
Die Hochseiltänzerin Hedvig – berühmt für ihre Schönheit und unter dem Künstlernamen Elvira Madigan – und ihr adeliger Geliebter (Thommy Berggren) ziehen Ende des 19. Jahrhunderts durch das sommerliche Dänemark. Die schwedische Heimat hat das Paar verlassen, nachdem er von der Armee sowie Frau und Kindern desertiert ist. Doch die beiden werden entdeckt, ihre Mittel schwinden sukzessive, es bleibt nur ein Ausweg: gemeinsamer Liebestod. Die wahre Geschichte des tragischen Paares inspirierte eine Ballade, die sofort skandinavische Folklore wurde: Widerberg ließ sich davon zu einer berauschend sinnlichen Romanze vor lyrischen Naturpanoramen inspirieren, deren überwältigender Welterfolg soweit ging, dass das leitmotivisch verwendete Mozart-Klavierkonzert seither oft nach dem Film benannt wird. Die zeitgenössische Resonanz seines Sujets in der Ära der Hippie-Aussteiger war vom Regisseur durchaus intendiert, wenn auch mit Widerhaken: die Tragödie der Unmöglichkeit, der Welt den Rücken zu kehren. (C.H.)
 
Einführung von Christoph Huber am 18.9.