Laokoon & Söhne, 1975, Ulrike Ottinger © Ulrike Ottinger

Laokoon & Söhne

Regie, Drehbuch, Kamera: Ulrike Ottinger; Text: Chiquita Brook (aka Xavier Arroyuelo), Ulrike Ottinger; Erzähler*in: Ulrike Ottinger; Darsteller*innen: Tabea Blumenschein u.a. BRD, 1975, DCP (von 16mm), sw, 50 min. Deutsch
 
Eine queer-feministische Gegenkunstwelt, "gegen den strengen theatralischen Anspruch": Ulrike Ottingers erster mit Tabea Blumenschein gemeinsam realisierter Film – in der Berliner Szene liegt den beiden "Wunderfrauen" die Welt zu Füßen – ist ein Märchen voll Humor, Camp, Kitsch und Coolness. Laokoon mag lediglich Söhne gehabt und die klassizistische Ästhetik nur Männer vorgesehen haben, das macht aber nichts: Was nicht ist, wird erschaffen – zum Spiel und Ziel der gemeinsamen Exaltation, die auch eine Fußwaschung mit Rotwein beinhalten kann. "Sich berauschen durch Veränderung", danach trachtet die Protagonistin Esmeralda del Rio. In einem Land, in dem nur Frauen* wohnen, ist sie auf der Suche nach einem neuen Empfinden, nimmt im Taumel der Veränderungen eine Reihe von weiblichen* Rollen und zuletzt die eines "kleinen Gigolos" an, der sich mit einem "alten Päderasten" einlässt. Transformation ist, was eine*n weiterbringt – bereits dort, wo sie die Wahrnehmung betrifft. (K.M.)
 
Im Anschluss an das Screening am 30. Mai: Masterclass mit Ulrike Ottinger zu feministischer Dramaturgie und Narration. Die Filmemacherin gibt entlang ihrer Arbeiten Einblick in andere Formen der Bildgestaltung.

Zweiter Spieltermin am 14. Juni gemeinsam mit Die Betörung der blauen Matrosen
 
Courtesy Arsenal