Madame X – Eine absolute Herrscherin, 1977, Ulrike Ottinger © Ulrike Ottinger

Madame X – Eine absolute Herrscherin

Regie, Drehbuch, Kamera: Ulrike Ottinger; Schnitt: Dörte Völz; Musik: Eric Satie, Gioacchino Rossini, Reynaldo Hahn, Franics Poulenc; Darsteller*innen: Tabea Blumenschein, Roswitha Janz, Monika von Cube, Irena von Lichtenstein, Yvonne Rainer. BRD, 1977, DCP (von 16mm), Farbe, 141 min. Deutsch mit engl. UT
 
Um den unerträglichen Zustand der Einsamkeit zu beenden, appelliert Madame X, die Herrscherin der chinesischen Meere, "an alle Frauen, die gewillt sind, ihren zwar bequemen und sicheren, aber fast unerträglich eintönigen Alltag einzutauschen gegen eine Welt voller Gefahren und Ungewissheit, aber auch voller Liebe und Abenteuer." Es ist eine Initiation. Auf einer Dschunke namens Orlando stechen sie in See (es ist der Bodensee, den Ottinger mangels Budget kurzerhand ins Chinesische Meer verwandelt). Die große Liebe der Madame X war eine Frau mit Namen Orlando (Ulrike Ottinger herself!). Sie starb beim Versuch, ihr eine besonders schöne und seltene Morgengabe zu überreichen: Eine Blume, die auf den Wellen trieb, entpuppte sich als gefährliche fleischfressende Qualle. Der Tod Orlandos hat sie zu dem gemacht, was sie ist: die grausamste Piratin der Meere des Fernen Ostens. Ein Leuchtfeuer des lesbischen Kinos, höchst stilisiert, metaphorisch und piktural. (K.M.)
 
Courtesy Arsenal