China. Die Künste – der Alltag, 1985, Ulrike Ottinger © Ulrike Ottinger

China. Die Künste – der Alltag

Regie, Drehbuch, Kamera: Ulrike Ottinger; Schnitt: Dörte Völz. BRD, 1985, DCP (von 16mm), Farbe, 270 min. Diverse Sprachen mit engl. UT
 
Detailliert, schillernd, voll Feinsinn und visueller Neugier: China. Die Künste – der Alltag ist eine der eindrucksvollsten Dokumentationen innerhalb der siebten Kunst, von einer Sogwirkung wie man sie im ethnografisch motivierten Film kaum findet. Es ist Ottingers erste lange dokumentarische Arbeit. Unter Verzicht auf Off-Kommentar filmt Ottinger hier Kulturtechniken in ihrer Alltagsästhetik, so virtuos, dass man nicht aus dem Staunen kommt: Von Beijing über Shichuan nach Yunnan flaniert das Auge, ungestört, durch Straßen, Märkte, Attraktionen. Menschen ziehen vorbei, wir landen im Theater – alles ist hier großes Kino. "Die Exotik als Frage des Standpunktes", ermessen mit der Kamera – so kann man mit Ulrike Ottinger die Essenz ihrer dokumentarischen Arbeit formulieren. (K.M.)
 
Courtesy Arsenal