One-Eyed Jacks, 1961, Marlon Brando

One-Eyed Jacks

Regie: Marlon Brando; Drehbuch: Guy Trosper, Calder Willingham nach dem Roman The Authentic Death of Hendry Jones von Charles Neider; Kamera: Charles Lang Jr.; Schnitt: Archie Marshek; Musik: Hugo Friedhofer; Darsteller*innen: Marlon Brando, Karl Malden, Katy Jurado, Pina Pellicer. US, 1961, 35mm, Farbe, 137 min. Englisch
 
Marlon Brandos einzige, exzentrische Regiearbeit ist so erschöpfend größenwahnsinnig, dass man mit Fug und Recht mehrere respektable Gesamtwerke dafür eintauschen könnte. Der verrückt lyrische Tonfall verdankt sich jahrelangen Dreharbeiten, in denen Brando (nachdem er Stanley Kubrick gefeuert hatte) die Crew tagelang warten ließ, bis das Meer im Bildhintergrund seinen Vorstellungen entsprach. Die Handlung ist ein freudianisches Ritual: Bandit Brando will sich am ehemaligen Partner namens "Dad" (Karl Malden) rächen, indem er die Tochter des nunmehr respektierten Sheriffs verführt. Vor der ikonografischen Kulisse des klassischen Western (und zahlreicher seiner ikonischen Gesichter: Ben Johnson, Slim Pickens, Timothy Carey und Elisha Cook jr. in Nebenrollen) entfaltet sich eine bizarre Serie von unvergesslichen, vom auteur-acteur Brando mit narzisstischer und masochistischer Ekstase ausgekosteten Demütigungen und Bestrafungen. (C.H.)