Mean Streets, 1973, Martin Scorsese (Foto: Park Circus © Exclusive Media Warner)

Mean Streets

Martin Scorsese. US, 1973, 35mm, Farbe, 112 min. Englisch
 
Bis heute eines der vehementesten Meisterwerke Scorseses. Was Mean Streets von anderen Mafiafilmen unterscheidet, ist die fiebrige Alltäglichkeit und Exaktheit von Milieu, Verhalten, Gebärde und Sprachgestus. Scorseses Helden agieren, als stünden sie unter Überdruck aus Anspannung, Verrücktheit und Qual. Da sie über keine Sprache der Gefühle und Worte gebieten, um die Hölle in ihnen zu ventilieren, kommen ihre Ausbrüche chaotisch unvermittelt wie Eruptionen des Zufalls. Klaustrophobische Szenen aus Little Italy: Straßen und Bars, enge Labyrinthe, halb schwarz, halb scharlachrot. Robert De Niro als streunender Hund, irre vor Übermut und Wut, und Harvey Keitel als sein scheiternder Schutzengel, ewig bedrückt, lauernd, wölfischer Diplomat in jener Mafia-Neighborhood, in der beide nur Handlanger sind. Sie wird beiden ein Ende in Schrecken bereiten, mit Blut und gegen den Nachthimmel schießender Hydranten-Fontäne. Ein Film des Furors. (H.T.)