Ban gua nat (Night and Day)

Hong Sangsoo. KR, 2008, DCP, Farbe, 144 min. Koreanisch mit engl. UT
 
Hongs erster außerhalb Koreas gedrehter Film bewegt sich auf dem Terrain der contes moraux Eric Rohmers, mit dem er immer wieder gerne verglichen wird. Doch auch in Paris, das hier wenig pittoresk anmutet, bleibt die koreanische Community unter sich: Weil er in Seoul beim Marihuana-Rauchen erwischt wurde, flieht ein verheirateter Maler aus Angst vor einer Gefängnisstrafe nach Paris und kommt in einer koreanischen Pension unter. Dort trifft er sowohl auf seine Ex-Freundin als auch auf zwei junge Kunststudentinnen. So deutlich die Verbindungslinien zu Rohmer auch sind (das Fetischobjekt verschiebt sich hier von Claires Knie zu Yoo-jeongs Füßen), ist doch das stammelnde, fast schon debile Sprechen von Hongs Figuren von Rohmers literarischer Sublimierung weit entfernt. Immer mehr interessiert sich Hong für idiosynkratische Details, die bedeutungslos auf einer flach digitalen, visuell alles andere als "schönen" Oberfläche erscheinen: beispielsweise ein Stück Hundekot, von Beethovens Siebter begleitet. (S.L.)