Meghe dhaka tara (Der verborgene Stern), 1960, Ritwik Ghatak

Meghe dhaka tara (Der verborgene Stern)

Ritwik Ghatak. IN, 1960, 35mm, sw, 126 min. Bengali mit dt. und frz. UT
 
Ritwik Ghatak: "Ich stelle grenzenlose Ansprüche an Meghe dhaka tara. Ich erachte ihn als meinen besten Film." Eine Leidensgeschichte von klassischer Schönheit und wilder Modernität: eine meisterliche Quersumme im Schaffen eines ewig gespaltenen Regisseurs, in dem Traditionsbewusstsein und Progressivität um die Oberhand ringen. In einem Vorort Kalkuttas kämpft eine Familie bengalischer Flüchtlinge ums Überleben. Als der Vater (der bedeutende Dramatiker und Ghatak-Stammdarsteller Bijon Bhattacharya) zum Invaliden wird, flieht der älteste Sohn in eine Musikerkarriere, Tochter Nita (Supriya Choudhury) muss die Familie erhalten. Nitas Opfergang wird dreifach erzählt, wobei sich die Ebenen schwindelerregend überlagern, vertiefen, erweitern: individuelles Drama, Allegorie auf die Situation der Emigranten und Abbild indischer Mythen von der Muttergöttin. Film der Dreiheit: Drei Frauen im Haus, dreimal knechten Peitschenschläge auf der Tonspur die Heldin, dreimal schreit sie am Ende gegen die starren Berggipfel den Wunsch nach Leben hinaus. Dann beginnt der Teufelskreis von Neuem. (C.H.)
 
Einführung von Tom Waibel

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