Accattone (Wer nie sein Brot mit Tränen aß), 1961, Pier Paolo Pasolini

Accattone (Wer nie sein Brot mit Tränen aß)

 Pier Paolo Pasolini. IT, 1961, 35mm, sw, 115 min. Italienisch mit dt. UT

Davor: Mamma Roma [Trailer]. IT, 1962, 35mm, sw, 2 min
 
Mit Accattone beschreibt der 39-jährige Dichter Pasolini die Welt, die bislang seine Romane und Gedichte beschworen, erstmals mit und in der Sprache des Films: die Randzonen der Stadt, wo Landschaft, Baracken und urbaner Auswurf sich zur tristen Wüste vermengen – "den Mut, den Schmerz und die Unschuld der Armen", denen Pasolinis leidenschaftliche Liebe, sein Mitgefühl und seine nachgerade mythische Kommunion zeitlebens galt. Accattone, gefilmt in kargem, brutalem Verismus, scheint äußerlich der neorealistischen Tradition verpflichtet. Die Episodenstruktur des Neorealismus aber verwandelt Pasolini in die hermetische Geschlossenheit der Tragödie. Die an Masaccios Schlichtheit orientierte Monumentalität der Bilder, die Traumsequenz und die Verwendung von Johann Sebastian Bachs Musik unterstreichen Pasolinis Intentionen, die Fabel des kleinen römischen Zuhälters Accattone (Franco Citti) als Passionsgeschichte mit den Mitteln eines Kinos der Poesie zu erzählen. (H.T.)

Freier Eintritt für Fördernde Mitglieder am 12.1.