Uccellacci e uccellini (Große Vögel – kleine Vögel), 1966, Pier Paolo Pasolini

Uccellacci e uccellini (Große Vögel – kleine Vögel)

Pier Paolo Pasolini. IT, 1966, 35mm, sw, 89 min. Italienisch mit engl. UT
 
Seine Erfahrungen nötigten Pier Paolo Pasolini zunehmend zu Grenzüberschreitungen, in denen er seine Unsicherheit und Skepsis mit schockierender Offenheit darlegte. Uccellacci e uccellini ist das Zeugnis einer tiefgreifenden Krise – jener Pasolinis, jener der italienischen Gesellschaft – und gleichwohl einer der heitersten, kompliziertesten, komödiantischsten Filme seines Regisseurs. Woher kommen wir, fragt Pasolini, indem er in naiv-fantastischen Szenen auf die Zeit des Hl. Franziskus und in einer dokumentarischen Sequenz auf das Begräbnis Palmiro Togliattis, eines Anführers der internationalen kommunistischen Bewegung, zurückgreift. "Wohin die Menschheit geht? Wer weiß das." Nach diesem Mao-Motto sind Vater und Sohn – Totò und Ninetto Davoli, ein chaplineskes Gespann komisch-tragischer Tramps – doppelt heimatlos. Sie sind es buchstäblich wie auch in Bezug auf die brüchig gewordenen Utopien von Christentum und Marxismus. (H.T.)
 
Einführung von Kurator und Kritiker Prof. Giovanni Spagnoletti am 20.1.
 
Courtesy Istituto Luce – Cinecittà