Agostino

Mauro Bolognini. IT, 1962, 35mm, sw, 90 min. Italienisch mit engl. UT
 
Erik Satie gibt mit seiner Gymnopédie den Ton an für die Stimmung des Films zwischen Melancholie und Lebensfreude. Der 13-jährige Agostino ist mit seiner verwitweten Mutter nach Venedig gereist. Die Tage sind für ihn wunderbar, voller großer Reinheit, die den Halbwüchsigen mit Freude erfüllt. Als die Mutter jedoch von einem Mann verführt wird, entbrennt der Sohn in Eifersucht. Agostino will seine Mutter nicht mehr lieben und aus der engen Beziehung zu ihr ausbrechen. Er schließt sich einer Gang von Herumstreunern an, die ihn mit seiner aufkeimenden Sexualität konfrontieren. Die schwedische Schauspielerin und Regisseurin Ingrid Thulin gibt die Mutter, anmutig, schlank und elegant. Die Drehorte in Venedig und Rom sind faszinierend, Gondeln, Strand, Boote, glitzernde Meereswellen, elegante Hotels und pittoreske Ruinen. Agostino und seine Mutter agieren wie ein Liebespaar, sie räkeln und küssen sich am Strand. Diese Variation des Ödipus-Themas stammt aus dem gleichnamigen Roman von Alberto Moravia. (C.Hö.)
 
Courtesy Cineteca Nazionale