Ro.Go.Pa.G.

Roberto Rossellini, Jean-Luc Godard, Pier Paolo Pasolini, Ugo Gregoretti. IT/FR, 1963, 35mm, Farbe und sw, 122 min. Italienisch mit dt. UT
 
Ein Episodenfilm, dessen Titel sich aus den Anfangsbuchstaben seiner Regisseure zusammensetzt und zu dem Pier Paolo Pasolini ein Hauptwerk besteuert. Roberto Rossellini meditiert in Illibatezza über Liebe und Film: Ein Manager entflammt vergeblich für eine Stewardess (Rosanna Schiaffino), ihm bleibt nur der Trost, ihr Bild auf seinen Körper zu projizieren. Godards Il nuovo mondo ist eine Alphaville-Vorstudie: Das Paris der Gegenwart verwandelt sich durch eine atomare Explosion in einen fremdartig-dystopischen Ort. Pasolinis La ricotta spielt am Set eines Bibelfilms, dessen Regisseur (Orson Welles!) einen servilen Reporter mit zynischen Aphorismen traktiert, während ein armer Statist verzweifelt Essen für seine Familie aufzutreiben sucht. Durch wilde Slapstickeinlagen, grandiose Stilbrüche und dekadentes Drehgeschehen hetzt er herum, bis er sich den Magen vollschlagen kann – mit fatalen Folgen: Die groteske Spielfreude endet in der Tragik der Ausbeutung. Wiederzuentdecken ist der abschließende Beitrag Il pollo ruspante vom unterschätzten Ugo Gregoretti: Seine satirische Konsumkultur-Abrechnung rund um Ugo Tognazzi als Marketing-Strategen mit Roboterstimme ist Pasolini seelenverwandt. (C.H.)
 
Courtesy Kinemathek Le Bon Film