L'ora di religione (Il Sorriso di mia madre) (Das Lächeln meiner Mutter)

Marco Bellocchio, IT 2002
Drehbuch: Marco Bellocchio; Kamera: Pasquale Mari; Schnitt: Francesca Calvelli; Musik: Riccardo Giagni; Darsteller*innen: Sergio Castellitto, Jacqueline Lustig, Chiara Conti, Gigio Alberti, Alberto Mondini. 35mm, Farbe, 101 min. Italienisch mit engl. UT 
 
Als der Atheist, Maler und Kinderbuchillustrator Ernesto Picciafuoco (Sergio Castellitto) erfährt, dass seine Mutter zur Heiligsprechung vorgeschlagen wurde, gerät seine Welt zusehends aus den Fugen. Angeregt von seiner Tante Maria (Piera Degli Esposti) läuft hinter seinem Rücken seit Jahren eine Untersuchung über die Makellosigkeit der Mutter, die auch von seiner Exfrau Irene (Jacqueline Lustig) tatkräftig unterstützt wird. Doch die Mutter war weder eine Heilige noch eine Märtyrerin, vielmehr erweisen sich Ernestos Familienmitglieder nach und nach als zynische Opportunist*innen, die sich von der Heiligsprechung gesellschaftlichen Aufstieg und Profit erhoffen. Marco Bellocchios L'ora di religione zeigt die Auswüchse von religiöser Heuchelei und legt jene innerfamiliären Dynamiken offen, die entstehen, weil Menschen mit ihrer Geschichte ringen, auch wenn die ursächlichen Ereignisse schon lange zurückliegen. (E.S)
 
Courtesy Slovenska kinoteka