
In the Shadow of the Sun
Derek Jarman, GB 1974/81; Drehbuch, Kamera, Schnitt: Derek Jarman; Musik: Throbbing Gristle; mit: Karl Bowen, Christopher Hobbs, Luciana Martinez, Gerald Incandela, Andrew Logan u. a. DCP (von Super 8), Farbe, 54 minDavor:
T. G. Psychic Rally in Heaven Derek Jarman, GB 1981; Musik: Throbbing Gristle. 16mm, Farbe, 8 min
Pirate Tape Derek Jarman, GB 1982; Musik: Psychic TV; mit: William Burroughs, Peter Christopherson, James Grauerholtz, Tim Burke. 16mm, Farbe, 16 min
Wie Jarman müde feststellte, "zerbrachen sich die ersten Zuschauer*innen von In the Shadow of the Sun den Kopf über die Bedeutung des Films, anstatt sich einfach vom Sog eines zufälligen Bilderstroms mitreißen zu lassen". Drei eher konventionelle Super-8-Filme, die er Anfang der 1970er gedreht hatte, "remixte" Jarman zu einem geheimnisvollen, aufregend kosmischen neuen Werk. Die Filmmusik gab er beim renommierten Industrial-Experimental-Kollektiv Throbbing Gristle in Auftrag. Dieser vielleicht intuitivste, persönlichste und ursprünglichste Film Jarmans ist ein schillernder Traum über Magie und Alchemie, der mit fesselnder dunkler Energie pulsiert und viele der Lieblingsmotive des Künstlers (Flammen, Masken, Spiegel) aufgreift, nun jedoch in einem ungewohnten, an Horror grenzenden Kontext. Ein Flirt mit albtraumhaften Bildern aus der Antike (Höllentore) und der Moderne (nuklearer Fallout), buchstäblich ein "apokalyptisches" Erlebnis: Jarman schrieb sein eigenes filmisches Buch der Offenbarung – mit Feuerstrichen. Als Vorfilme zwei spätere kurze Arbeiten, T. G. Psychic Rally in Heaven und Pirate Tape. (N.Y.)