Easy Living, 1937, Mitchell Leisen
Foolish Wives, 1922, Erich von Stroheim
Double Whoopee, 1929, Lewis R. Foster
Avanti! 1972, Billy Wilder
Die 1000 Augen des Dr. Mabuse, 1960, Fritz Lang

Ungenierte Unterhaltung
Mit Frieda Grafe im Grandhotel

12. bis 14. Mai 2022
 
Frieda Grafe schrieb 1990 den Essay "Die saubere Architektur in Gefahr. Die Grandhotels in der Unterhaltungsindustrie. Mit: Filmhistorischer Hotelführer". Erst in den von Enno Patalas herausgegebenen Gesammelten Schriften erschien dieser Text 2004 in seiner integralen Fassung. Darin zeigt sich der Grandhotel-Film als ein eigenes und einzigartiges Genre, in dem sich das Kino selbst spiegelt. Dieses "Genre" hatte seine Glanzzeit in Hollywood und in Europa in den 1930er bis 40er Jahren, aber auch Vor- und Nachläufer im Stummfilm und in der Nouvelle Vague etwa.
 
Grafe entdeckte, was das Kino dem Grandhotel verdankt: Kulissen, Komik, unverhoffte Begegnungen, ungenierte Unterhaltungen und nicht zuletzt: die Filmfestivals, eine Erfindung der Bäderindustrie. Das Grandhotel ist für Frieda Grafe, wie das Kino, ein Raum der Verwandlung. Kein Ort der Identifikation, sondern Versprechen auf gestundete Identität, Vermischung und Durchlässigkeit: soziale, moralische, finanzielle. In ihrem Grandhotel-Text zeigt Grafe, wie "Film- und Sozialgeschichte einander reflektierend erhellen" – durch Lobbys, Flure, Zimmer mit und ohne Blick, in Aufzüge und Abgründe von filmischen Grandhotels. Die Filmauswahl des Programms ist Frieda Grafes "Filmhistorischem Hotelführer" entnommen oder von ihm inspiriert.
 
Zur Eröffnung der Reihe wird eine Neuerscheinung des Verlags SYNEMA-Publikationen präsentiert: Ungenierte Unterhaltung. Mit Frieda Grafe im Grandhotel, hrsg. von Karola Gramann, Ute Holl und Heide Schlüpmann, das neben einer Reihe von eleganten Essays namhafter Filmkritiker*innen und Kinoforscher*innen auch den gesamten Text von Frieda Grafe enthält, aus dem die folgenden Zitate zu den gezeigten Filmen entnommen sind. (Karola Gramann, Heide Schlüpmann)
 
In Zusammenarbeit mit der Kinothek Asta Nielsen e.V. und dem Festival Remake. Frankfurter Frauen Film Tage
Zusätzliche Materialien