Minnie and Moskowitz, 1971, John Cassavetes

Minnie and Moskowitz

Regie, Drehbuch: John Cassavetes; Kamera: John Cassavetes, Alric Edens, Arthur J. Ornitz, Michael Margulies; Schnitt: Frederic L. Knudtson; Musik: Bo Harwood; Darsteller*innen: Gena Rowlands, Seymour Cassel, Val Avery, Timothy Carey, Lady Rowlands. US, 1971, 35mm, Farbe, 115 min. Englisch mit dt. UT
 
Cassavetes, screwballsy light: Minnie, so kultiviert wie gehemmt (um nicht zu sagen: verklemmt), trifft auf den zottelig-räudigen Tagedieb Moskowitz – Funken sprühen, coup de foudre. Leicht haben's die Liebenden wider die Standesschranken nicht, und oft genug machen sie es sich auch gegenseitig unnütz schwer – frei von Vorurteilen sind auch sie nicht. Doch wo das Glück hin will, da findet es schlussendlich auch seinen Platz; die Hochzeitsglocken läuten, und wer das nicht schon nach circa zehn Minuten ahnt, der glaubt nicht an das Kino, seine Verheißungen von Glück und Geborgenheit. John Cassavetes' einziger hemmungslos heiterer, fast obsessiv optimistischer Film, ist natürlich nicht frei von Ängsten und Problemen – aber so aufgekratzt von Lebenswut und windschief vor Improvisationslust und -liebe, dass man sich gern berauschen lässt von seinem tolldreisten Willen zur Seligkeit. (O.M.)
 
Herzlichen Dank an eine anonyme Filmpatin für die Filmpatenschaft