Love Streams, 1984, John Cassavetes

Love Streams

Regie: John Cassavetes; Drehbuch: John Cassavetes, Ted Allan; Kamera: John Cassavetes, Al Ruban; Schnitt: George C. Villaseñor; Musik: Bo Harwood; Darsteller*innen: Gena Rowlands, John Cassavetes, Seymour Cassel, Diahnne Abbott, Al Ruban. US, 1984, 35mm, Farbe, 141 min. Englisch mit dt. UT
 
Menahem Golam und Yoram Globus, als Produzenten ganz die alte Studio-Schule, wollten sich mit ihren mühsam erwirtschafteten B-Film-Millionen ein wenig kulturellen Respekt kaufen: So gaben sie John Cassavetes carte blanche für einen Film unter drei Millionen Dollar. Daraus wurde Love Streams, Cassavetes' letztes Meisterstück, zugleich das verschrobenste und tief drinnen auch unversöhnt-grausamste Werk seines Schaffens. Die Geschichte um einen neurotischen Schriftsteller und seine eher mehr als weniger "very happy person" von Schwester ist mal verwegen, mal perversionslustig und immer gut für eine Wendung ohne Morgen. Die bruchfreudige Verstiegenheit der Inszenierung reicht von abrupten Schwarzfilmfermaten bis hin zur glorios vulgärmodernistischen Gesangsnummer. Das Werk eines Mannes, der über den Tod schon mehr wusste, als er wollte. (O.M.)
 
Herzlichen Dank an Peter Rosner, Ingrid Kubin und Willi Frötscher für die Filmpatenschaft