Hausu / House, 1977, Ōbayashi Nobuhiko © Toho Co. Ltd

Hausu / House

Regie: Ōbayashi Nobuhiko; Drehbuch: Katsura Chiho; Kamera: Sakamoto Yoshitaka; Schnitt: Ogawa Nobuo; Musik: Kobayashi Asei, Yoshino Mikkī, Godiego; Darsteller: Ikegami Kimiko, Ōba Kumiko, Minamida Yōko. JP, 1977, 35mm, Farbe, 88 min. Japanisch mit dt. UT
 
Verbittert über die plötzliche Heirat ihres verwitweten Vaters will ein japanisches Mädchen den Sommer im Haus ihrer Tante verbringen. Kaum kommt sie mit sechs Freundinnen dort an, überschlagen sich die Ereignisse auf absurdeste und paradox fröhlich-tödliche Weise – die Mädchen sind im kunterbunten Dämonenreich gelandet. House, vom Studio unglaublicherweise als Antwort auf Spielberg Jaws bestellt, ist dank seiner umnachteten Erfindungskraft zum Kultfilm geworden: Das sukzessive Verschwinden der Freundinnen dient als Aufhänger für eine atemberaubende Abfolge surrealer Bilder und verrückter Klänge (manchmal scheinen drei Soundtracks miteinander zu konkurrieren). Die radioaktiv strahlende Künstlichkeit der Farben ist mit Dario Argento verglichen worden, die anarchische Achterbahnlaune nimmt Sam Raimis Evil Dead-Fortsetzungen vorweg, aber für das Regiegenie Ōbayashi war sein Spielfilmdebüt die erste (verklausulierte) Illustration seines Lebensthemas – die Vernichtung der Jugend durch den (Atom-)Krieg. (C.H.)

Mehr dazu auf unserem Blog Following Film