Vampyr, 1932, Carl Theodor Dreyer

Vampyr

Regie: Carl Theodor Dreyer; Darsteller: Carl Theodor Dreyer, Christen Jul nach Sheridan Le Fanu; Kamera: Rudolf Maté; Musik: Wolfgang Zeller; Schnitt: Carl Theodor Dreyer, Tonka Taldy; Darsteller: Julian West (Pseudonym für Baron Nicolas de Gunzburg), Henriette Gérard, Jan Hieronimko, Sybille Schmitz. DE/FR, 1932, 35mm, sw, 77 min. Deutsch*
 
Davor:
Camera (Notes on Film 10) Norbert Pfaffenbichler; Kamera: Martin Putz; Musik: Stefan Németh; Darsteller: Thomas Brandstätter. AT, 2015, DCP, Farbe, 12 min
 
Ein junger Student mit Hang zum Übersinnlichen wird in einem französischen Städtchen mit mysteriösen Vorkommnissen konfrontiert. Seltsame Gestalten, geheimnisvolle Schatten, ein merkwürdiger Mord, eine junge Frau mit unerklärlicher Krankheit – wird sie Vampirin? Für seinen ersten Tonfilm gestaltet Carl Theodor Dreyer zum wiederholten Male die Idee dessen, was Kino (sein) kann, völlig neu: als in grauweißen Schleiern versinkende Szenerie des Übersinnlichen. Mit sparsamen Mitteln gestaltet er eine vor allem durch ihre Unbestimmtheit so beklemmende Sensation der Bedrohung, die einen umfängt, kulminierend in der unvergesslichen Szene, als die Hauptfigur sich selbst beim Begräbnis im Sarg gefangen sieht. Ein subtiles Meisterwerk des Kinos als (alp)traumhafte Erfahrung. Vorspiel: Norbert Pfaffenbichlers Experiment zur Konvention der unsichtbaren Kamera, der ein Gefangener vergeblich zu entrinnen sucht. (C.H.)
 
* Restaurierte Fassung mit zusätzlichem französischen Ende